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©Hannes Jirgal
 

Bernhard Raimann war einer von vier Vikings, die das letzte Halbjahr auf einer High School in den U.S.A. verbrachten. Seit der Junioren WM ist der Wide Receiver der Wikinger zurück in Österreich und hat uns erzählt, was er in Michigan erlebt hat und was seine Pläne für die Zukunft sind.

Willkommen zurück in Österreich, Bernhard. Wie fühlt es sich an, wieder zu Hause zu sein? Wie war es in den Staaten?

Es freut mich sehr, dass ich wieder da bin. Ein bisschen Urlaub und Abstand vom Football sind eine willkommene Abwechslung. Ich habe sehr viel erlebt, habe tolle Erfahrungen gemacht und hatte eine wirklich spannende Zeit.

Wie ist es dir denn im Football ergangen?

Es war wirklich spitze, an einer High School Football zu spielen. Ich bin damals extra früher angereist, um das Team kennenzulernen und mit den Jungs zu trainieren. Das hat mir dann auch zu Schulbeginn geholfen, weil ich schon viele Leute kannte. Ich wurde von allen super aufgenommen und habe mich von Anfang an wohl gefühlt. An der High School habe ich Tight End gespielt, was mir sehr gut gefällt und viel mehr Action beinhaltet, als die Position des Wide Receivers. Zum ersten Mal seit 10 Jahren stand das Team in den Playoffs, was vom ganzen Dorf gefeiert wurde. Ich wollte noch viel mehr, aber wir sind dann leider gleich in der ersten Runde ausgeschieden. Da wäre noch mehr drin gewesen.

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Bernhard Raimann und sein Gastbruder

Mit Football in den U.S.A. soll es ja bei dir weitergehen, ist uns zu Ohren gekommen. Ist da was dran?

Da ist tatsächlich etwas dran. Es war immer mein Traum an einem College in Amerika Football zu spielen. Zusammen mit meinem Gastvater war ich viel unterwegs, hab mich bei unzähligen Coaches vorgestellt und ihnen meine Highlight-Videos gezeigt. Mein Gastvater hat immer gesagt, dass ein Angebot von einem guten College nicht einfach von selbst kommt. Er hatte recht damit. Die Central Michigan University hat mir schlussendlich ein Angebot unterbreitet. Ich habe also die Chance, in der Division I zu spielen.

Wie geht es also weiter?

Ich werde das nächste Schuljahr in Österreich verbringen, die Vikings Football Academy besuchen und meine Matura absolvieren. Bis dahin warte ich auch noch ab, ob vielleicht nicht noch andere Angebote kommen werden. Sicher ist aber, dass ich auf einem College in den U.S.A. studieren möchte und Football spielen möchte.

Football war aber nicht das Einzige, was du sportlich geleistet hast, oder? Wir haben da nämlich auch von Wrestling gehört. Wie ist es dazu gekommen?

Ja, das stimmt. Im Wrestling und Leichtathletik habe ich mich versucht. Ich hatte anfangs Wrestling und Basketball zur Wahl. Für Zweiteres konnte ich mich, trotz meiner Größe, nie so richtig begeistern. Ich habe mich für Wrestling entschieden, weil ich den Vorteil für Football gesehen habe. Das Training war hart und hat mich echt weiter gebracht. Außerdem war meine Gastfamilie sehr affin, was Wrestling betrifft. Unser Team ist dann sogar 8. Platz in ganz Michigan geworden, das war ein tolles Gefühl. In der Leichtathletik habe ich zum ersten Mal Hürdenlauf ausprobiert. Es hat gut geklappt und ich holte den 17. Platz in ganz Michigan.

Also nicht nur im Football hats gut geklappt. Die sportliche Leistung ist offensichtlich enorm wichtig und angesehen im amerikanischen Schulsystem.

Das ist absolut richtig. Es gibt unzählige Wettbewerbe in unzähligen Sportarten und man vergleicht sich immer gerne mit anderen Schulen und SchülerInnen. Mir hat das aber gut gefallen und meine Gastfamilie hat mich immer unterstützt. 

Du hast dich also scheinbar richtig wohl gefühlt dort?

Auf jeden Fall, ja. Wir haben auch viel unternommen zusammen. Wir haben Ausflüge gemacht und einmal war ich sogar mit bei der Jagd. Das war eine interessante Erfahrung, aber sicherlich nichts, das ich selbst nochmals machen würde.

Vielen Dank, dass du dir Zeit genommen hast und wir freuen uns, dass du in der kommenden Saison wieder für die Vikings auflaufen wirst.

Ich freue mich auch schon!